R&W Betriebs-Berater Der SteuerBerater Berater-Magazin Datenbank Bücher Abo Veranstaltungen

RAin Dr. Roda Verheyen

Rechtsanwälte Günther

Foto: © Andrea Podbevsek

Dr. Roda Verheyen, Partnerin der Kanzlei, hat in Hamburg, Oslo und London studiert und ihre Dissertation zum Thema Umwelthaftung und Klimawandel abgelegt (Climate Change Damage in International Law, 2005). Vor der Anwaltstätigkeit war sie von 1998 bis 2001 u.a. für die internationale Klimakampagne von Friends of the Earth International tätig, von 2001 bis 2006 selbstständige Beraterin, u.a. für die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, das Bundesumweltministerium (u.a. als Mitglied der deutschen Delegation zur Klima-Rahmenkonvention), und Foundation for International Environmental Law and Development (FIELD, London).

2002 gründete sie das internationale Netzwerk „Climate Justice Programme“, das global Nichtregierungsorganisationen und Jurist*innen zum Thema Klimawandel und Recht beraten hat. Seit 2008 ist sie immer wieder auch bei der Beratung von Staaten im Rahmen der Verhandlungen zu Klimarahmenkonvention und Paris Abkommen tätig, insbesondere zum Thema Loss and Damage (also Schadensbewältigung).

Sie publiziert kontinuierlich zum Themenfeld Völkerrecht, Klima und Umweltschutzrecht sowie Unternehmensverantwortung.

Seit 2015 vertritt sie die weltweit erste Klage einer Einzelperson gegen ein großes Energieun-ternehmen mit dem Ziel, Schutzmaßnahmen vor den Auswirkungen des Klimawandels zu erreichen. Im Mai 2018 hat sie auf Grundlage menschrechtlicher Argumentation für 37 Kläger aus unterschiedlichen Ländern Klage beim Europäischen Gericht erhoben mit dem Ziel, angemessene EU-Klimaschutzziele für 2030 zu erreichen. Die Klage wurde im März 2021 vom EuGH letztinstanzlich als unzulässg abgewiesen. Die erste deutsche Klimaklage führte sie für Landwirte und ihre Familien vor dem Verwaltungsgericht Berlin. Mit Urteil vom Oktober 2019 stellte das Gericht fest, dass Klimaziele justiziabel sind und Klimaschutz letztlich ein Menschenrecht ist. Im März 2021 war dann unter anderem ihre Verfassungsbeschwerde gegen das Bundesklimaschutzgesetz für mehrere Jugendliche und junge Erwachsene erfolgreich. Der sog. „Klimabeschluss“ führte zur sofortigen Anpassung des Gesetzes. Sie beteiligt sich als Streithelfer an den derzeit beim europäischen Menschengerichtshof anhängigen Klimaklage.

Sie hat mehrere Umwelt-Beschwerdefälle im Kontext der OECD Guidelines for Multinati-onal Enterprises anwaltlich begleitet, und arbeitet stetig am Themenfeld Lieferketten und Umweltschutz. Seit September 2021 führt sie zwei Verfahren gegen die VW AG an zwei Langerichten mit dem Ziel, die unternehmensbedingten, staatengleichen Emissionen auf ein paris-konformes Treibhausgasbudget zu begrenzen.

Frau Dr. Verheyen ist im Vorstand des Vereins Internationaler Umweltrechtstag Hamburg e.V. , dem Vorstand des von ihr gegründeten Vereins Green Legal Impact Germany e.V., bei dem strategische Prozessführung, Zugang zu Gerichten und globale Kooperationen im Mittelpunkt stehen (www.greenlegal.eu), sowie im Vorstand der „Winter Stiftung für Rechte der Natur“. Im Februar 2023 erscheint ihr Buch bei dtv: „Wir alle haben Recht auf Zukunft“.