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Zahlreiche deutsche Unternehmen haben sich in den letzten Monaten seit Kriegsausbruch mit der Frage beschäftigt, wie mit Konzerndarlehen steuerlich umgegangen werden soll, die insbesondere an russische und ukrainische Tochtergesellschaften begeben worden sind. In der Tagespresse ist bezogen auf einige Unternehmensgruppen bereits darüber berichtet worden, dass insoweit Wertberichtigungen oder Teilwertabschreibungen auf diese Darlehen vorgenommen worden sind.

Üblicherweise steht § 8b Abs. 3 S. 4 KStG einer Einkommens mindernden Erfassung solcher Teilwertabschreibungen entgegen. Eine Ausnahme ist nur dann denkbar, wenn qua Fremdvergleich gezeigt werden kann, dass im Zeitpunkt des Eingehens dieser Darlehensbeziehung auch einer fremder Dritter diese Darlehensbeziehung eingegangen wäre (§ 8b Abs. 3 S. 7 KStG). Dieser Nachweis dürfte in zahlreichen Fällen gelingen, da die geschäftlichen Aktivitäten in Russland und der Ukraine häufig gewinnträchtig gewesen sind. Ein solcher Nachweis kann damit die Grundlage bilden für die Geltendmachung eines steuerlichen Abzugs in den Steuererklärungen für das Jahr 2022.

Die jüngste BFH-Rechtsprechung zur Anwendung des § 1 AStG auf Teilwertabschreibungen, namentlich die Entscheidung vom 9. Juni 2021 I R 32/17 (neu) präzisiert, wie der Fremdvergleich zu führen ist. Durch Einkommens mindernde Erfassung solcher Teilwertabschreibungen in den Steuererklärungen für 2022 könnte der Finanzverwaltung zu einem frühen Zeitpunkt Gelegenheit gegeben werden, sich mit der Frage der Anerkennung des Fremdvergleichs im Rahmen der Veranlagung auseinander zu setzen, und den Steuerpflichtigen einen schnellen Weg zu einer ggf. gerichtlichen Klärung öffnen.

Russland und Ukraine-Darlehen – die Anwendung des § 8b Abs. 3 S. 7 KStG im Kontext der jüngsten BFH-Rechtsprechung zum Fremdvergleich bei Darlehensbeziehungen